Musikalben
Musikalben sind eine Erfindung der Musikindustrie des 20. Jahrhunderts. Als Album bezeichnet sie eine Zusammenstellung verschiedener Songs eines Musikkünstlers auf einem Tonträger. Im Gegensatz zur Single oder EP wird ein Tonträger dann als Album verzeichnet, wenn es mindestens fünf einzelne Stücke enthält oder aber eine
Spielzeit von mindestens 23 Minuten aufweist.
Der Begriff Musikalbum geht dabei bis auf die Anfänge der Tonträgerindustrie zurück. Die damals gängigen Schallplatten aus Schellack ließen in der Regel kaum mehr als drei bis fünf Minuten Abspielzeit pro Plattenseite zu. Um dennoch vollständige Aufnahmen sehr viel längerer musikalischer Werke verkaufen zu können, produzierten die Hersteller Schallplattenboxen aus bis zu dreißig einzelnen Schallplatten. Diese wurden in einem Pappschuber mit Hüllen für jede einzelne Platte angeboten und enthielten darüber hinaus Informationen zu den jeweiligen musikalischen Werkten. Die sogenannten Alben wurden von der Plattenfirma Odeon erstmals 1905 veröffentlicht und behaupteten sich trotz offensichtlicher Nachteile bis zur Erfindung der Langspielplatte. Dieser um 1950 zur Marktreife entwickelten Tonträger aus Vinyl fasste mit ungefähr 23 Minuten pro Seite so viel Klangmaterial wie nie zuvor. Und der eigentlich obsolete Begriff Album wurde von nun an als Synonym für die Langspielplatte gebraucht. Dieser Prozess wiederholte sich einmal, als in den 1980-er Jahren die Compact Disc mit abermals erhöhter Abspieldauer und als neues Tonträgerformat eingeführt wurde. Und er wiederholte sich ein zweites Mal, als von einem Tonträger im klassischen und damit physischen Sinn nicht mehr gesprochen werden konnte: Auch die Zusammenstellung verschiedener Songs eines Musikkünstlers als downloadbarer Datenstrom wird als Album bezeichnet.
Unter den Begriff Musikalbum lassen sich unterschiedliche Arten eines Albums subsumieren. Wird das zu veröffentlichte Material auf zwei Langspielplatten verteilt, spricht man von einem Doppelalbum. Handelt es sich bei der Zusammenstellung um Konzertaufnahmen, ist auch von einem Live-Album die Rede. Jede dieser Album-Arten kann wiederum als Konzeptalbum bezeichnet werden, solange die Zusammenstellung einen musikalischen oder anders inhaltlichen roten Faden bzw. ein sich durch das gesamte Album ziehendes Thema aufweist.
Die noch immer anhaltende Popularität des Tonträgerkonzeptes Album zeitigte schon früh Folgen, die weit über das rein Musikalische hinausgingen und doch mit der Musik und/oder dem Künstler in unmittelbaren Zusammenhang standen: das Albumcover. Die zunächst nur aus Schutzgründen entwickelte Papphülle für Schallplatten, enthielt das Cover schon bald Informationen zum Tonträger in Form von Angaben zu beteiligten Personen, sogenannten Liner Notes oder auch nur die Spiellänge der einzelnen Titel. Und spätestens, als die Langspielplatte und damit das sogenannten Albumformat in den 1960-er Jahren seinen Durchbruch feierte, wurde das Cover zu einem wichtigen Aspekt der modernen Musikkultur, indem es eine Einheit aus musikalischer und bildlicher Gestaltung formulieren sollte.