Popmusik
In seinem ursprünglichen Sinne bezeichnet die Popmusik eine im angloamerikanischen Bereich verbreitete, populäre Musik. Diese Popmusik hatte ihren kommerziellen Schwerpunkt zwar in der Schlager-, Film- und Musical-Musik, beinhaltete dem Verständnis nach aber auch Musik aus den Bereichen Country & Western sowie Jazz.
Spätestens in den 1960-er Jahren erfuhr die ursprüngliche Bedeutung von Popmusik als Sammelbegriff eine wichtige Erweiterung. Popmusik im engeren Sinn wurde in dieser Zeit verstanden als eine vor allem jugendspezifische Angelegenheit, die nicht nur gegen traditionelle Musikformen, sondern auch gegen tradierte kultur- und gesellschaftspolitische Werte der sogenannten Wohlstands- und Leistungsgesellschaft aufbegehrte. Mit dem internationalen Erfolg solcher Gruppen wie die Beatles, Zombies und die Beach Boys erwuchs dieses spezielle Verständnis von Popmusik zu einem globalen Phänomen. In ihm sollte Popmusik ein Mittel zur Überwindung der Grenzen von Mainstream und elitärerer Kultur darstellen und gleichzeitig ein ganz neues kulturelles Verständnis vermitteln und aufbauen.
Dass ein Großteil der musikalischen Bedingungen bzw. Grundvoraussetzungen zur Vermittlung dieser Inhalte ganz anderen populären Stilrichtungen wie z. B. dem Rock und später auch noch anderen Spielarten populärer Musik angehörten, ist nur scheinbar ein Widerspruch. Denn mit dem Erfolg und der zunehmenden gesellschaftlichen Relevanz aller populärer Musikformen begann sich zeitgleich eine Erweiterung des Popmusikbegriffs durchzusetzen, der jede Form von Musik mit einbezog, solange sie sich als erfolgreich kommerziell verwertbar darstellte, also auch Volksmusik oder Kunstmusik. Popmusik in diesem Sinne ist Musik für den Massengeschmack und darüber hinaus in der Lage, jeden beliebigen aktuellen Musikstil im Sinne des Massengeschmacks umzuformen. Oft gehen die ursprünglichen Musikformen ihrer Komplexität verlustig, indem die aus Sicht der Popmusikhörer ungewohnten, irritierenden und teilweise einfach nur falsch und schief klingenden Elemente entfernt werden. Eine Entwicklung, die sich besonders beim Jazz und im Hip Hop bemerkbar gemacht hat. Da sich der Erfolg der Popmusik aber an Hitparaden, also Bestsellerlisten orientiert, kann auch Komplexes Pop sein. Das zeigte sich insbesondere während der 1970-er Jahre, als Spielarten des Rock, wie zum Beispiel der der Kunstmusik nahestehende Art- oder Progressive Rock sich großer Beliebtheit erfreuten.
Schon allein deswegen greift eine Gleichsetzung von Popmusik mit Eigenschaften wie einfach, trivial und massenkompatibel zu kurz. Selbst wenn sich die unterschiedlichen Formen der Popmusik in der direkten Gegenüberstellung mit Klassik und anderer Kunstmusik wie beispielsweise dem sogenannten Free-Jazz als harmonisch, melodisch sowie rhythmisch simpel und wenig komplex erweisen, lässt sich auf dieser Grundlage kaum ein Werturteil ableiten. Niemand wirft den Vertretern der Klassik und damit Kunstmusik vor, dass sie auf Videos, Formationstanz und spektakuläre Bühnenshows verzichten. Auch wenn eine eindeutige Begriffsbestimmung schwerfällt, so lässt sich zumindest festhalten, dass Popmusik im Wesentlichen ein Metagenre bzw. eine Metakategorie ist, zu der ganz viele unterschiedlich Stilarten gezählt werden können. Die derzeit kommerziell erfolgreichste Stilistik der Popmusik ist Hip Hop.