Rennaisancemusik

Als Rennaisancemusik wird die Musik des 15. Und 16. Jahrhunderts aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur kulturgeschichtlichen Epoche der Renaissance bezeichnet. Diese ist gekennzeichnet durch eine Wende innerhalb der europäischen Kultur, die zur Wiederentdeckung der Antike und dem aus dieser Zeit stammenden geistigen

Vermächtnis bewirkte und damit die Emanzipation des menschlichen Geistes von religiösem Fatalismus und klerikaler Autorität auslöste.

Auch musikgeschichtlich vollzieht sich in der Renaissance Erstaunliches und bereitet auf diese Weise den Weg für die radikalen Umbrüche, die den darauf folgenden Barock kennzeichnen. Nicht nur, dass erst ab der Renaissance ein deutlicher Unterschied zwischen Kunst- und Kirchenmusik, also zwischen weltlichen Inhalten und religiösen Themen gemacht wird. Auch in der Vokalmusik vollziehen sich wichtige Wandel. So stammt die noch heute gültige Einteilung eines mehrstimmigen Gesangs-Satzes in Bass, Tenor, Alt und Sopran aus dieser Zeit. Und im Gegensatz zur oft einstimmigen Musik des Mittelalters ist die Renaissance von der Verbreitung der Polyphonie, also der Mehrstimmigkeit, geprägt.

Von diesen Umwälzungen betroffen ist auch die Musik ohne Gesangsstimmen. Eine stetig steigende Anzahl an Tänzen, wie die des Komponisten Tielman Susato, bereiten den Weg für die an Bedeutung immer weiter zunehmende Instrumentalmusik. Damit im Zusammenhang stand auch eine Veränderung bzw. Erweiterung bestimmter Hörgewohnheiten. So gelten die Intervalle Terz und Sexte erst seit der Renaissance als konsonant. Das heißt, dass sich erst mit der Renaissance der Klangeindruck zweier einmal drei und einmal sechs Ganztöne voneinander entfernten Noten als etwas durchaus Hörbares und nicht mehr länger schief Klingendes entwickelte.

Der wohl prominenteste Vertreter der Renaissancemusik ist der italienische Komponist G. P. Da Palestrina. Als Verfasser von über einhundert Messen und mehr als 250 Motetten hat er nicht nur einen Großteil seiner Zeitgenossen und auch Nachfolger nachhaltig beeinflusst. Der profilierteste Kopf dieser musikhistorischen Epoche gilt auch als derjenige, dem die Kirche den Einzug der Mehrstimmigkeit in ihre Gotteshäuser zu verdanken hat. Dank seiner auch beim Klerus beliebten Kompositionen verfügte ein Konzil unter Papst Marcellus dem Zweiten die Fortführung des mehrstimmigen Stils in der geistigen Musik.